Maibummel 2026 Männerriege Küttigen
Voll der zweite Teil der Saga «Häm mer Glück gha!»
«Häm mer Glück gha!» Was? Der gleiche Bericht wie vor drei Jahren? Aber nicht doch! Nur das Ende. Das Davor lief anders ab. Dafür sorgte Organisator und Reiseleiter Oliver Rothaupt. Und der schöpfte aus dem Vollen.
Wobei voll? Ein Doppelstock-Car fuhr vor. 21 Männerriegler irrlichterten durch den Bus, da sie von so vielen Plätzen für so wenig Leute überfordert waren. Das war ein Gefühl, als ob man 21 Cervelats in eine Turnhalle wirft. Bis zum Ziel Müswangen hatten sie sich daran gewöhnt. Trotzdem hiess es beim Fahrziel auszusteigen, um per pedes zum Hofbeizli Hofmatt zu gelangen.
Zur sportlichen Ertüchtigung spielten wir in Gruppen eingeteilt auf 12 Löchern Golf. Wir freuten uns, denn die Löcher waren so richtig schön gross. Die Ernüchterung folgte sogleich. Wir erhielten Fussbälle. Die mussten über die holprigen Bahnen – die abwechselnd mit hohem Gras, wuchernden Wurzeln und kahlen Stellen übersät waren – in die jeweiligen Ziele mit möglichst wenigen Kicks befördert werden. Ronaldo wäre ebenso grandios gescheitert. Aber eine Gaudi war es auf jeden Fall bis die Bälle in Blumentöpfen, über Rampen, durch Röhren oder geschichtete Baumstämme, in Schnitzelrondellen oder gar Badewannen versenkt waren.
Der Apéro war verdient, aber noch nicht komplett verdaut, als wir nach kurzem Marsch schon vor dem Restaurant Linde in Müswangen standen und Eintritt begehrten. Wir waren bei Weitem nicht die einzigen. Unsere Plätze befanden sich in einem vollen Saal neben einigen Täuflingen mit deren Eltern und Gästen. Was für eine Diskrepanz: Neues Leben und wir, die teilweise schon langsam das Licht am Ende des Tunnels sehen!
Zum Essen gab es für alle – die zumindest, welche kauen konnten – dasselbe. Entweder Pouletgeschnetzeltes (für jene, die auf die Linie achteten) oder Cordon bleu (für die allermeisten). Das waren richtige Möcken, gut gefüllt mit Bergkäse aus der Nähe. Hätte der Küchenchef das Fleisch plattiert, die Teile hätten über den Tellerrand geschaut. Nach dieser Völlerei schrie der Körper nach Bewegung. So zog die Karawane aus, um den Horben zu entern. Wunderbare Weitsicht (bis hin zum Mehrfamilienhausbrand in Hergiswil) begleitete uns. Gerne hätten wir das Panorama noch länger genossen. Das langsam immer näherkommende dunkle Wolkengebräu im Westen war jedoch Antrieb genug, unsere Beine stakkatoartig in Gang zu halten.
Auf der Terrasse der Bergbeiz Horben blies es immer stärker. Rasch eine Hülse kippen oder an einer Glacé nippen. Dann ab in den Car. Dessen Tür hatte sich gerade geschlossen, als der Bus von einer gelben Blütenstaubwolke eingehüllt wurde. Wir wähnten uns in einem Sandsturm. Dann begann es zu regnen. Und so sind wir wieder beim Beginn des Berichtes. Sozusagen bei Teil 2 von der Saga «Häm mer Glück gha!». Aber im Grunde doch eben voll anders.
André Hächler